Mediaprint spart bei Druckereien und lagert Personal aus

Die Mediaprint, die gemeinsame Anzeigen-, Druck- und Vertriebsgesellschaft von „Kronen Zeitung“ und „Kurier“, plant Einsparungen im Druckereibereich und die Auslagerung von Druckereipersonal. Von den Änderungen betroffen sind dem Vernehmen nach 60 Drucker sowie 60 Druckhelfer an den Standorten Inzersdorf und Salzburg.

Die Mediaprint will demnach Druckhelfer, die in der Druckerei Wien-Inzersdorf beschäftigt sind, im Rahmen eines Betriebsteilübergangs an eine externe Firma auslagern. Die Druckhelfer sollen dort ihre Jobs behalten, ab 24. Februar allerdings in den billigeren Metaller-Kollektivvertrag wechseln. Sollten die Druckhelfer dem Vorhaben, mit dem eine Reduktion der Löhne und Freizeitansprüche verbunden ist, nicht zustimmen, gibt es von der Mediaprint das Angebot einer Sozialplanzahlung inklusive Auflösung des Dienstverhältnisses, hieß es aus dem Unternehmen.

Die Drucker sollen zugleich Arbeiten, welche die Produktion betreffen und die bisher zum Teil von den Druckhelfern erledigt wurden, mitübernehmen. Dieser Veränderung der Arbeitsanforderungen müssen die Drucker jedoch zustimmen oder ebenfalls in die von der Mediaprint offerierte Sozialplanzahlung optieren. Knapp die Hälfte der in Inzersdorf tätigen Drucker soll dem Ansinnen bisher zugestimmt haben.

Alle anderen Drucker und Druckhelfer wurden dem Vernehmen nach bis auf weiteres und bis zu einer Entscheidung bei vollen Bezügen freigestellt. Zu Kündigungen oder Änderungskündigungen soll es bisher noch nicht gekommen sein. Die aktuelle Zeitungsproduktion wird derzeit von einer Ersatzmannschaft durchgeführt. Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft führen derzeit Gespräche über die Pläne.

Bei der Firma, die die Druckhelfer künftig übernehmen soll, handelt es sich um einen Dienstleister im Druckereibereich, der für die Mediaprint, aber auch andere Unternehmen tätig ist. Die Verträge von Druckern und Druckhelfern im Medienbereich gelten in der Branche wegen ihrer Gehaltsstruktur seit Jahren als überdurchschnittlich hoch. Überlegungen von Verlagen, hier Änderungen vorzunehmen, gab es immer wieder.

In der Gewerkschaft steht man solchen Ansinnen freilich kritisch gegenüber. „Wir haben gestern eine einzigartige Situation im negativen Sinne erlebt“, kritisierte GPA-djp-Vorsitzende Barbara Teiber gegenüber der APA das aktuelle Mediaprint-Vorgehen. Die Mitarbeiter seien am gestrigen Mittwoch mit Änderungskündigungen konfrontiert worden. Gleichzeitig seien sie freigestellt worden, berichtete Teiber. Den neuen Verträgen zu schlechteren Konditionen müssten die Betroffenen innerhalb einer Woche zustimmen.

Teiber zeigte sich „fassungslos“ und hofft, dass nicht kommt, was derzeit am Tisch liegt, und die Freistellungen zurückgenommen werden. „Wir setzen alles daran, dass es heute zu einem Ergebnis kommt“, so die GPA-Chefin.