KI im Videomarketing: Hype oder Handwerk?

Kreativdirektorin Hana Greiner und Videoproducer Alex Korec von der COPE Content Performance Group über die Chancen und Grenzen künstlicher Intelligenz in der Videoproduktion – und warum der Mensch (noch) nicht überflüssig ist.

© COPE Content Performance Group
Kreativdirektorin Hana Greiner und Videoproducer Alex Korec von der COPE Content Performance Group
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KI-generierte Videos erobern Social Media. Ist das die Zukunft des Videomarketings?

Hana Greiner: Wenn man meinem LinkedIn-Feed glaubt, hat KI schon lange übernommen, und jedes Unternehmen, dass seine Creatives ohne AI-Tools erstellt, ist dumm. Das Versprechen hält aber in der Praxis nicht. KI Videos erkennt man, bewusst oder unbewusst. Sie haben entweder diese typische US-zentrierte Hochglanz-Ästhetik oder fallen durch Artefakte und unschlüssige Darstellungen auf. Für Marken, die auf Authentizität setzen – und das ist DIE Währung im Marketing – ist das ein Problem. KI kann ein Werkzeug sein, aber sie darf nicht die Kontrolle über den Output übernehmen.

Alex Korec: Ich finde es unglaublich wertvoll, im Workflow immer bessere und intelligentere Tools einsetzen zu können – gerade für detaillierte, komplexe Aufgaben. Dass KI morgen sämtliche Filmproduktionsfirmen in die Knie zwingt, schätze ich nicht so ein. Auch vom Branchengedanken her: Man möchte doch gewerkeübergreifend mit kreativen, spannenden Menschen aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern zusammenarbeiten – und nicht den ganzen Tag allein in einem abgedunkelten Raum sitzen und Prompts tippen.

Wo spart KI wirklich Zeit, wo wird sie zum Ressourcenfresser?

Alex: KI spart dort Zeit, wo die Aufgabe klar definiert, wiederholbar und wenig kreativ ist. Sobald Urteilsvermögen, Stilgefühl und echtes Storytelling gefragt sind, ist der Mensch nach wie vor effizienter – und das Ergebnis besser. Wir nutzen KI etwa für automatische Untertitelung oder erste Rough Cuts – das beschleunigt Routineaufgaben enorm. Aber bei der kreativen Arbeit wird’s schnell zum Trial-and-Error-Marathon.

Hana: Genau da liegt das Missverständnis vieler Marketer:innen: KI kann eine Kostenfalle werden, auch, weil man dazu neigt, sich in den Tools zu verlieren. Wenn man 10 Stunden investiert um zu „spielen“, zu prompten, dauernd neues Material zu generieren, weil einfache Korrekturen nicht möglich sind – wieso nicht gleich den Profi drei Stunden ranlassen?  Außerdem: Gutes Branding braucht mutige Entscheidungen, keinen Algorithmus, der den Mittelwert aus tausend Stockvideos spuckt.

Welche Potenziale seht ihr trotzdem?

Alex: In der nahen Zukunft definitiv bei Moodboards, animierten Storyboards, erste Rough Cuts aus Scripttexten. In der virtuellen Produktion wird die Eintrittshürde kleiner werden: bei fotorealistischen Hintergründen, virtuellen Drehorten oder synthetischen Charakteren als Nebenrollen. In der Postproduction gibt es enormes Potenzial, jetzt noch extrem aufwändige und ressourcenfressende Aufgaben schnell, effizient und qualitativ abarbeiten zu lassen – Rotoscoping, KI-gestütztes Upscaling, nahtloses Object Removal, Lippensynchronisation in anderen Sprachen.

Hana: Für mich liegt das größte Potenzial in der Personalisierung. Stell dir vor, du produzierst ein Kernvideo mit echten Menschen und echter Story – und KI hilft dir dann, daraus hundert Varianten für unterschiedliche Zielgruppen zu erstellen. Das ist Content-Recycling 2.0. Aber die Basis muss stimmen, sonst personalisierst du nur Mittelmaß.

Was bedeutet das für österreichische Marken?

Hana: Markenpersönlichkeit liegt im Detail: Lokalkolorit, Regionalität, Brandvoice. Diese kleinen Unperfektheiten machen aus guten Inhalten glaubwürdigen, nachvollziehbaren, gut performenden Content. Mein Rat: KI smart einsetzen – für Effizienz im Hintergrund – aber Konzept und Produktion in der Hand von echten Talenten lassen. Authentizität lässt sich nicht prompten.

Alex: Und technisch gesehen: Die besten KI-Tools kommen aus den USA, die Wertschöpfung wandert ab. Österreichische Produktionsfirmen sollten sich überlegen, wie sie KI nutzen können, ohne dabei ihre Expertise und ihr Netzwerk zu verlieren. Es geht um intelligente Integration, nicht um blinden Ersatz.

Hana: Außerdem gilt in Österreich demnächst die Kennzeichnungspflicht – ich bin gespannt, wie viele Unternehmen dann noch KI-generierte Videos nutzen, wenn sie es auch klar deklarieren müssen. Auf TikTok beobachte ich bereits jetzt, dass User:innen Accounts shamen, die KI-generierte Inhalte verbreiten, egal ob als solche ausgewiesen oder nicht.

Wie steht es um rechtliche Risiken beim Einsatz von KI-Tools?

Hana: Das ist ein Minenfeld, über das viele zu leichtfertig hinweggehen. Urheberrecht, Persönlichkeitsrechte, DSGVO – da lauern echte Risiken. Wem gehört eigentlich ein KI-generiertes Video? Was passiert mit Kundendaten, die an US-Plattformen fließen? Und was ist, wenn die KI urheberrechtlich geschütztes Material reproduziert? In Österreich und der EU werden die Regeln strenger – Stichwort AI Act. Als Agentur tragen wir Verantwortung gegenüber unseren Kunden. Deshalb setzen wir KI nur dort ein, wo wir die rechtliche Seite sauber klären können. Schnelligkeit darf nicht auf Kosten von Sicherheit gehen.

 


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