KI treibt Werbedruck im Mobile Gaming – Kosten steigen
Künstliche Intelligenz beschleunigt die Produktion von Werbemitteln – und verschärft damit den Wettbewerb um Aufmerksamkeit im Mobile Gaming. Das zeigt der „State of Gaming for Marketers 2026“ von AppsFlyer, der auf Daten aus 9.600 Gaming-Apps basiert.
Der Mobile-Gaming-Markt ist 2025 in eine neue Phase des Wettbewerbs eingetreten: Mehr Werbung trifft auf begrenzte Aufmerksamkeit. Das geht aus dem „State of Gaming for Marketers 2026“ von AppsFlyer hervor. Laut Report hat insbesondere der verstärkte Einsatz von KI in der Werbemittelproduktion dazu geführt, dass deutlich mehr Anzeigen in kürzerer Zeit erstellt und ausgespielt wurden – auf iOS wie auf Android.
Demnach produzierten große Anbieter pro Quartal zwischen 2.400 und 2.600 Varianten ihrer Werbemittel – ein Plus von 25 bis 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Parallel stieg der Anteil der App-Installationen, die über bezahlte Werbung zustande kamen, um zehn Prozent, während die Ad Impressions insgesamt um 20 Prozent zulegten. Der Report beschreibt diese Entwicklung als wachsenden Konkurrenzkampf um Sichtbarkeit in Paid Channels.
Ein weiterer Treiber: Publisher mit Hauptsitz in China haben ihre Position außerhalb des Heimatmarkts ausgebaut. Außerhalb Chinas vereinten sie laut AppsFlyer zuletzt rund 35 Prozent der weltweiten Ausgaben für Nutzerakquise (UA) im Gaming auf sich. Besonders stark sei das Wachstum auf Android und in wettbewerbsintensiven Märkten wie den USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich ausgefallen. Für europäische Anbieter bedeute das zusätzlichen Kostendruck – unter anderem sei der UA Spend für Casual Games auf Android in etablierten Märkten wie Deutschland um sieben Prozent zurückgegangen.

Gleichzeitig setzen Marketingteams stärker auf KI-gestützte Auswertung, um das höhere Volumen an Kampagnen und Signalen zu bewältigen. Laut Report entfielen 46 Prozent aller AI-Assistant-Anfragen auf Reporting sowie Performance-Breakdowns. „KI hat die Geschwindigkeit und das Volumen, mit denen Games und Marketing Assets auf den Markt kommen, massiv erhöht“, wird Adam Smart, Director of Product Gaming bei AppsFlyer, zitiert. Entscheidend werde, wie effektiv Teams fragmentierte Signale messen, interpretieren und in Maßnahmen übersetzen.

Zu den weiteren Kernaussagen zählt AppsFlyer einen globalen UA Spend für Gaming-Apps von rund 25 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 (plus 3,8 Prozent im Jahresvergleich). Knapp die Hälfte sei in den US-Markt geflossen, während Wachstum laut Report zunehmend aus Emerging Markets wie der Türkei und Indien kam. Auf iOS hätten Advertiser zudem ihren Media-Mix ausgeweitet: Die Anzahl genutzter Media Sources stieg demnach um bis zu 15 Prozent – ein Hinweis auf stärkere Fragmentierung und Diversifizierung jenseits der etablierten Kernkanäle.

Methodik: Der Report basiert auf anonymisierten, aggregierten Daten aus 9.600 Gaming-Apps weltweit. Analysiert wurden 24,8 Milliarden Installs, darunter 14,1 Milliarden bezahlte Installs, sowie Ausgaben, Creative-Produktion, Monetarisierung, KI-Workflows und Media-Source-Nutzung auf iOS und Android im Jahr 2025.