Bessere Wirkung in drei Atemzügen: So steuern Sie Ihre Stimme
Stimmwirkung entsteht oft, bevor Inhalte ankommen: Klang, Tempo und Haltung entscheiden, ob jemand souverän wirkt. Der Sprechtrainer Sascha Tschorn beschreibt eine einfache Technik, mit der Sie Ihre Präsenz in wenigen Sekunden verbessern können – mit drei gezielten Atemzügen.
Die Stimme wirkt schneller als jedes Argument
Unsere Stimme entscheidet oft schneller als jedes Argument. Wer mit Worten überzeugen will, braucht mehr als Fachwissen: Bereits bevor das Gehirn Argumente prüft, bewertet es Klang, Tempo und Haltung. Die Stimme transportiert innere Sicherheit oder Zweifel – und kann Kompetenz signalisieren oder Unsicherheit verstärken. Wer im Job präsentieren, verhandeln oder führen muss, sollte sich daher fragen: Klingt meine Stimme so klar, wie meine Gedanken sind?
Warum Stimmtraining nicht nach „Maske“ klingt
Sprechcoaching und professionelles Stimmtraining setzen nicht auf eine künstliche Rhetorik, sondern darauf, die eigene Präsenz hörbar zu machen. Ziel ist eine Stimme, die trägt, ohne zu drücken – und die Inhalte so vermittelt, dass sie ankommen.
Drei Atemzüge, die Ihre Wirkung neu kalibrieren
Tschorn beschreibt eine Technik, die ohne langes Training sofort spürbar sein soll: drei bewusste Atemzüge, die Nervosität reduzieren, den Körper öffnen und den Fokus schärfen.
- Atemzug 1: Ankommen
Vor dem Sprechen ruhig durch die Nase einatmen und bewusst durch den Mund ausatmen, dabei den Boden unter den Füßen wahrnehmen. Das senkt Spannung – die Stimme wird tiefer, ruhiger und tragfähiger. - Atemzug 2: Raum nehmen
Beim zweiten Atemzug den Brustraum weiten und das Brustbein minimal heben. Die Stimme gewinnt dadurch an Volumen, ohne lauter zu werden – Autorität entsteht über Haltung, nicht über Druck. - Atemzug 3: Fokus setzen
Vor dem Sprechen innerlich den Kernpunkt klären und erst dann beginnen. Das reduziert Füllwörter, bremst Tempo und macht Sätze präziser.
Weshalb Argumente ohne Stimmwirkung verpuffen können
Viele Menschen setzen auf bessere Argumente – doch ob Argumente gehört werden, entscheidet oft zuerst der Tonfall. Ein unsicherer Klang kann Inhalte entwerten, eine ruhige Stimme dagegen Vertrauen schaffen. Professionelles Coaching arbeite deshalb an Tempo, Pausen und Betonung – und an der Haltung dahinter, weil Stimme Ausdruck innerer Stabilität sei.
Was Unternehmen davon haben
Für Unternehmen sei Stimme kein Nebenthema: Führungskräfte, die klar und emotional tragfähig kommunizieren, erhöhen laut Tschorn die Akzeptanz von Veränderungsprozessen. Ob neue Strategie, Umstrukturierung oder IT-Transformation – Mitarbeitende folgen Menschen, nicht Folien. Eine stimmlich überzeugende Kommunikation beeinflusse Motivation, Vertrauen und Markenimage und könne sich damit auch unternehmerisch auszahlen.
Ein kurzer Selbsttest vor dem nächsten Termin
Tschorn empfiehlt, die eigene Stimme vor einem wichtigen Gespräch aufzunehmen: Klingt sie gepresst oder getragen? Wird gehetzt oder Raum gelassen? Der Vergleich mache sichtbar, ob eher Formulierungen poliert werden – oder ob Atemführung, Resonanz und Präsenz als Basis gestärkt werden sollten.
Über Sascha Tschorn

© SaschaTschorn
Sascha Tschorn ist diplomierter Schauspieler, professioneller Sprecher und Sprechtrainer. Er gehört zum festen Sprecherensemble von „DIE ZEIT“ und ist in Hörbuchproduktionen zu hören. In Coachings unterstützt er Führungskräfte, Unternehmer und Medienprofis dabei, ihre stimmliche Wirkung zu stärken.
Weitere Informationen: https://saschatschorn.de/