Studie zeigt klare Unterschiede beim Einkauf unter Teuerungsdruck

Die Inflation hat sich zuletzt abgeschwächt, das hohe Preisniveau bleibt für viele Haushalte aber spürbar. Eine aktuelle Studie von Shopfully und marketagent zeigt, dass Frauen und Männer die Teuerung unterschiedlich wahrnehmen – und im Alltag auch unterschiedlich darauf reagieren.

© Shopfully
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Die Inflationsrate in Österreich ist nach einem deutlichen Rückgang zu Jahresbeginn zuletzt wieder leicht gestiegen. Auch wenn statistische Effekte und sinkende Energiepreise zeitweise für Entlastung gesorgt haben, bleibt das Preisniveau für viele Konsumenten hoch. Besonders beim täglichen Einkauf zeigt sich, wie stark Teuerung weiterhin in den Alltag eingreift. Eine repräsentative Studie von Shopfully in Zusammenarbeit mit marketagent legt nahe, dass Frauen und Männer diese Belastung nicht nur unterschiedlich einschätzen, sondern auch verschieden damit umgehen.

Frauen empfinden die Preisbelastung deutlich stärker

Laut der im Herbst 2025 durchgeführten Erhebung bezeichnen knapp 70 Prozent der Frauen die Auswirkungen der Inflation als stark oder sehr stark. Bei den Männern liegt dieser Wert bei fast 64 Prozent. Noch deutlicher wird der Unterschied bei jener Gruppe, die die Belastung als sehr stark empfindet: 38 Prozent der Frauen geben das an, aber nur 27 Prozent der Männer. Umgekehrt sagen Männer doppelt so häufig, dass sie von Preissteigerungen nur gering oder gar nicht betroffen seien.

Die unterschiedliche Wahrnehmung dürfte auch mit dem Einkaufsalltag zusammenhängen. Gerade im Bereich des täglichen Konsums sind es häufig Frauen, die Einkäufe planen, Preise vergleichen und Kaufentscheidungen vorbereiten. Entsprechend sensibel reagieren sie offenbar auf Preisveränderungen und auf die Frage, wo im Haushalt gespart werden kann.

Rabatte, Eigenmarken und Sonderangebote

Die Studie zeigt, dass Frauen deutlich konsequenter auf Sparmaßnahmen setzen. 64 Prozent geben an, häufiger Rabatte oder Sonderangebote zu nutzen. Bei den Männern sagen das 51 Prozent. Auch beim Griff zu günstigeren Eigenmarken liegt der Frauenanteil mit 42 Prozent klar vor jenem der Männer mit 30 Prozent. Ebenfalls 42 Prozent der Frauen kaufen teurere Produkte fast nur noch dann, wenn diese im Angebot sind. Bei den Männern liegt auch dieser Wert bei 30 Prozent.

Damit wird sichtbar, dass Sparen längst nicht mehr erst im Geschäft beginnt. Preisbewusstsein ist zunehmend Teil der Vorbereitung auf den Einkauf – von der Recherche über Angebote bis zur Entscheidung für bestimmte Produkte oder Marken.

Lebensmittel bleiben der größte Belastungsfaktor

Am stärksten spürbar sind Preissteigerungen laut Studie weiterhin bei Lebensmitteln und Getränken. Insgesamt nennen 82 Prozent diesen Bereich als größte Belastung. Auch hier zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 85 Prozent der Frauen empfinden steigende Preise bei Lebensmitteln und Getränken als besonders belastend, bei den Männern sind es 78 Prozent.

Auch bei Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten fällt die Belastung bei Frauen deutlich stärker ins Gewicht. 33 Prozent der Frauen nennen diesen Bereich, bei den Männern sind es 22 Prozent. Männer wiederum nehmen Preissteigerungen eher bei Elektronikprodukten und Sportartikeln wahr. Frauen nennen im Gegenzug deutlich häufiger Kleidung und Schuhe als belastende Warengruppe.

Wo besonders häufig gespart wird

Die stärkere Belastungswahrnehmung schlägt sich auch im Konsumverzicht nieder. Frauen schränken sich laut Studie in fast allen abgefragten Kategorien stärker ein als Männer. Ausnahmen gibt es nur in einzelnen Bereichen wie Technik und Elektronik, wo beide Geschlechter mit jeweils 30 Prozent gleichauf liegen, oder bei alkoholischen Getränken, die ebenfalls von jeweils 20 Prozent genannt werden. Bei Kaffee sowie Speiseöl liegen Männer geringfügig vor den Frauen, ebenso beim Verzicht auf Obst und Gemüse.

Insgesamt fällt auf, dass Männer häufiger angeben, sich in keiner Produktkategorie einzuschränken. 23 Prozent machen diese Angabe, bei den Frauen sind es 16 Prozent. Die Daten deuten damit auf einen insgesamt vorsichtigeren und stärker strukturierten Umgang der Frauen mit steigenden Preisen hin.

Süßigkeiten, Kleidung, Accessoires

Bei den Frauen stehen Süßigkeiten an erster Stelle der Bereiche, in denen gespart wird. 42 Prozent verzichten hier verstärkt auf Produkte wie Schokolade, Kekse oder Eis, bei den Männern sind es 29 Prozent. Dahinter folgen Kleidung und Schuhe mit 41 Prozent bei Frauen und 27 Prozent bei Männern. An dritter Stelle liegen bei Frauen Schmuck und Accessoires, die von 33 Prozent seltener gekauft werden. Auch Bücher und Magazine werden von Frauen deutlich häufiger als Sparbereich genannt.

Bei den Männern ergibt sich ein etwas anderes Bild. Hier führen Technik und Elektroartikel mit 30 Prozent die Liste der Einschränkungen an, gefolgt von Süßigkeiten mit 29 Prozent sowie Kleidung und Schuhen mit 27 Prozent.

Preisvergleich beginnt schon vor dem Geschäft

Wie stark sich das Einkaufsverhalten verändert hat, zeigt auch der Blick auf die Vorbereitung des stationären Einkaufs. 86 Prozent der Konsumenten in Österreich informieren sich zumindest gelegentlich online, bevor sie im Geschäft einkaufen. Für viele ist diese Recherche nicht nur Orientierung, sondern bereits Teil der Sparstrategie.

46 Prozent der Befragten geben an, vor dem Einkauf fast immer aktiv nach Rabatten zu suchen. Frauen handeln dabei deutlich preisbewusster: Mehr als jede Zweite, konkret 52 Prozent, sucht fast immer gezielt nach Preisnachlässen. Bei den Männern liegt dieser Wert bei 41 Prozent. Damit wird die Rabattsuche zunehmend zur Routine – und zu einem festen Bestandteil alltäglicher Einkaufsentscheidungen.

Shopfully-Österreich-Country-Manager Alexandra Aichholzer verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass bewusste Planung, der Griff zu günstigeren Alternativen und die gezielte Suche nach Rabatten für viele Konsumenten längst zum Alltag gehören. Gleichzeitig zeige die Studie, dass Frauen Preissteigerungen stärker wahrnehmen und strukturierter auf ihre Einkäufe reagieren. Für Händler könne es daher sinnvoll sein, Angebotskommunikation, Rabattaktionen und digitale Prospekte zielgruppenspezifischer auszurichten.

Studie mit mehr als 1.000 Befragten

Für die Studie wurden laut Unternehmen 1.057 Personen ab 14 Jahren in Österreich befragt. Die repräsentative Online-Erhebung wurde von 27. August bis 3. September 2025 von marketagent im Auftrag von Shopfully durchgeführt.