VRM stellt sich mit neuem Vorstand für den Medienwandel auf

Der Verband der Regionalmedien Österreichs hat bei seiner Generalversammlung 2026 den angekündigten Führungswechsel vollzogen. Mit einem neu gewählten Vorstand und Friedrich Dungl als geschäftsführendem Präsidenten will sich der VRM auf die tiefgreifenden Veränderungen im Medien- und Werbemarkt ausrichten.

© VRM
v.l.n.r: Moritz Walcherberger (Tips), Klaus Buttinger (Salzburger Woche), Andreas Eisendle
(RMA), Christian Lengauer (Weekend), Martina Holl (Mein Bezirk Oberöstereich), Friedrich
Dungl (geschäftsführender Präsident), Sabine Egger (Rundschau Oberländer Wochenzei-
tung), Christoph Hausegger (Mein Bezirk Burgenland & Steiermark), Georg Doppelhofer
(RMA)
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Der Verband der Regionalmedien Österreichs (VRM) hat bei seiner Generalversammlung 2026 seine Führung neu aufgestellt. Zum geschäftsführenden Präsidenten wurde Friedrich Dungl gewählt. Mit ihm übernimmt ein neues Team Verantwortung in einer Phase, in der sich die Rahmenbedingungen für regionale Medien weiter verschärfen. Der Verband verweist auf einen Werbemarkt im Umbruch, neue regulatorische Vorgaben und den anhaltenden Abfluss von Budgets an internationale Technologieplattformen.

Neues Führungsteam an der Spitze

An der Seite von Dungl stehen die Vizepräsidenten Georg Doppelhofer (RMA), Martina Holl (Mein Bezirk Oberösterreich), Moritz Walcherberger (Tips) und Wolfgang Jansky (Heute). Ergänzt wird das Führungsgremium durch die Vorstandsmitglieder Klaus Buttinger (Salzburger Woche), Andreas Eisendle (RMA), Christian Lengauer (Weekend), Sabine Egger (Rundschau Oberländer Wochenzeitung) und Christoph Hausegger (Mein Bezirk Burgenland & Steiermark). 

Mit der personellen Neuaufstellung verbindet der Verband auch eine strategische Weichenstellung. Der VRM will sich nach eigenen Angaben auf jene Themen konzentrieren, die für Regional- und Gratiszeitungen in Österreich in den kommenden Jahren besonders entscheidend werden.

Ein Markt, der sich grundlegend verändert hat

Seit seiner Gründung im Jahr 1992 habe sich der Verband laufend weiterentwickelt, heißt es in der Aussendung. Zugleich hätten sich die Bedingungen für regionale Medien tiefgreifend verändert: Neue digitale Kanäle hätten das Mediennutzungsverhalten verschoben, während sich der Werbemarkt durch Konzentrationstendenzen, den Ausbau von Filialstrukturen und das starke Wachstum des Online-Handels deutlich verändert habe. Der VRM sieht sich in dieser Entwicklung als Begleiter seiner Mitglieder – unter anderem bei der digitalen Transformation, in Rechtsfragen und in der Interessenvertretung gegenüber Politik und Wirtschaft.

Diese Entwicklung beschreibt auch den größeren Kontext des Führungswechsels. Der Verband reagiert damit nicht nur personell, sondern auch inhaltlich auf einen Markt, in dem regionale Anbieter stärker um Aufmerksamkeit, Erlöse und politische Rahmenbedingungen ringen.

Werbemarkt, Plattformen und Regulierung im Fokus

Für die kommende Funktionsperiode nennt der VRM mehrere zentrale Herausforderungen. Dazu zählen die anhaltende Disruption im Werbemarkt, der zunehmende Abfluss von Werbegeldern an internationale Technologieplattformen sowie neue regulatorische Rahmenbedingungen. Friedrich Dungl formuliert das als zentrale wirtschaftliche Frage für regionale Medien: Es gehe um faire Wettbewerbsbedingungen im digitalen Raum ebenso wie um zukunftsfähige Modelle in Medienförderung und Zustellung.

Ein weiterer Schwerpunkt ist laut Verband die Entwicklung rund um die geplante Verwertungsgesellschaft VG Newsmedia. Ebenso verweist der VRM auf die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für regionale Medienunternehmen insgesamt zu stärken. Der Verband positioniert sich damit weiterhin als zentrale Interessenvertretung seiner Mitglieder und als Ansprechpartner für Politik, Medien und Öffentlichkeit.

Abschied von langjährigen Funktionsträgern

Mit dem Führungswechsel endet zugleich eine längere Phase personeller Kontinuität. Verabschiedet wurden Präsident Josef Gruber, Vizepräsidentin Erika Egger sowie Geschäftsführer Dieter Henrich, die den Verband über Jahre hinweg geprägt haben. Dungl dankt ihnen für ihr Engagement und ihre vorausschauende Arbeit, die eine Grundlage für die weitere Entwicklung des Verbands geschaffen habe.

Der personelle Wechsel markiert damit nicht nur einen organisatorischen Übergang, sondern auch einen Generations- und Strategiepunkt für eine Mediengattung, die im lokalen und regionalen Informationsmarkt weiterhin eine wichtige Rolle spielt.

Mehr als 240 Zeitungen im Verband

Der VRM versteht sich als Dachorganisation und Interessenvertretung der Regional- und Gratiszeitungen in Österreich. Dem Verband gehören heute mehr als 240 Zeitungen an. Die Einmalauflage liegt bei rund acht Millionen, die Jahresauflage bei fast 400 Millionen Exemplaren. Neben gemeinsamer Werbung und Marktforschung zählt der Verband auch Service- und Informationsleistungen für seine Mitglieder zu seinen Aufgaben.

Mit dem neuen Vorstand ist nun klar, in welche Richtung der Verband in den kommenden Jahren argumentieren will: stärker entlang der wirtschaftlichen Absicherung regionaler Medien, mit Fokus auf faire digitale Wettbewerbsbedingungen und auf die politische Ausgestaltung künftiger Medienstrukturen in Österreich.