Der Werteschaffer Award gibt Unternehmern mit Verantwortung eine Bühne
Mit dem Werteschaffer Award setzen NetzwerkGold und Digistore24 ein bewusstes Zeichen für werteorientiertes Unternehmertum im digitalen Raum. Ausgezeichnet werden Unternehmer, die wirtschaftlichen Erfolg mit Verantwortung, Qualität und gesellschaftlichem Beitrag verbinden.
Die Werteschaffer Award-Veranstalterin Eva Awert erzählt in diesem Talk mit MM-Herausgeber Otto Koller wie Unternehmer mit Verantwortung eine Bühne erhalten. Gleichzeitig rückt sie durch den Werteschaffer Award eine zentrale Frage in den Fokus: Wie bewusst wird unternehmerischer Einfluss, in einer Zeit, in der digitale Geschäftsmodelle enorme Reichweite ermöglichen, genutzt?
Der Award würdigt nicht Umsatz oder Sichtbarkeit, sondern nachhaltige Wirkung – für Kunden, Märkte und Gesellschaft.
Werteschaffer Award – wirtschaftlicher Erfolg und Verantwortung
Otto Koller (MedienManager): Herzlich willkommen in der MedienManager-Redaktion. Heute geht es um den Werteschaffer Award. Ausgezeichnet werden Unternehmerinnen und Unternehmer, die wirtschaftlichen Erfolg mit Verantwortung, Qualität und gesellschaftlichem Beitrag verbinden.
Dazu begrüße ich meinen heutigen Gast: Eva Abert. Herzlich willkommen, Eva Awert.
Eva Awert: Herzlichen Dank, Otto. Ich freue mich sehr, über dieses besondere Projekt sprechen zu dürfen.
Sie sind Gründerin und Geschäftsführerin der Netzwerk Gold GmbH und Mitveranstalterin des Werteschaffer Awards. Bevor wir darüber sprechen: Wer ist Eva Awert? Woher kommen Sie – und was hat Sie dorthin gebracht, wo Sie heute stehen?
Mein Leben war schon von Kindesbeinen an durch ein unternehmerisches Vorbild geprägt – meinen Großvater. Ich fand den Gedanken attraktiv, mehr Freiräume und mehr finanzielle Spielräume zu haben. Das fühlte sich richtig an. Ich dachte daher, der Weg führe sicher über ein BWL-Studium. Das habe ich sehr zielstrebig absolviert und war damals sogar vor Regelstudienzeit fertig.
Trotzdem hatte ich das Gefühl: Das, was ich gelernt habe, befähigt mich nicht wirklich, ein Unternehmen zu gründen. Ich habe mich nicht getraut. Nach dem Studium bin ich deshalb zunächst in eine Anstellung gegangen – auch, weil ich nicht das Gefühl hatte, eine tragfähige Idee zu haben.
Ich war dann vier Jahre angestellt, unter anderem in einer Privatbank und in einer Unternehmensberatung. Nach vier Jahren habe ich für mich entschieden: Angestellt zu sein ist nicht mein Konzept. 2007 habe ich mich selbstständig gemacht – mit einem Projekt, das für mich sehr stimmig war.
Ich habe schon immer in Kooperationen gedacht: Menschen verbunden, Ressourcen verbunden. Daraus sind nicht nur Umsätze und Firmengründungen entstanden, sondern auch persönliche Verbindungen – bis hin zu Partnerschaften und Familien. In den letzten Jahren kamen Menschen oft zu mir, wenn sie Kontakte oder Ressourcen brauchten: „Eva, kennst du nicht wen?“ In der Regel konnte ich helfen.
2024 habe ich – nach einer geschäftlichen Erfahrung mit einem Geschäftspartner – entschieden, gemeinsam mit einem Freund und erfolgreichen Unternehmer ein Unternehmernetzwerk zu gründen. Dort wollten wir zwei Dinge zusammenbringen: meine Stärke, vernetzt zu denken, und einen klaren Anspruch an ein wertorientiertes, kooperatives Miteinander – also eine gebende Grundhaltung und echte Zusammenarbeit. Daraus ist 2024 Netzwerk Gold entstanden.
Noch kurz zurück zum Anfang: Was hat Ihr Großvater gemacht?
Er war Handelsvertreter in Nordrhein-Westfalen und hat Schlösser, Drücker und Lampen sehr erfolgreich vertrieben. Er war mehrfach ausgezeichnet, im Landkreis der Beste. Er hat sehr viel gearbeitet, hatte damit aber auch großen wirtschaftlichen Erfolg.
DER WERTESCHAFFER AWARD
Jetzt gibt es den Werteschaffer Award. Was steckt dahinter – wer sind die Initiatoren, welche Ziele verfolgt er und wen spricht er an?
In unserem Netzwerk ist ein Mitglied dabei: Digistore. Digistore ist ein Partner, wenn man zum Beispiel Wissen digitalisieren möchte und jemanden sucht, der die rechtliche Seite und die Rechnungsabwicklung übernimmt. Ich arbeite seit Beginn meiner digitalen Laufbahn mit Digistore zusammen. Durch den Eintritt ins Netzwerk hatten wir einen neuen Anknüpfungspunkt und haben darüber gesprochen, wie wichtig werteorientiertes Unternehmertum ist – und dass es dafür auch Sichtbarkeit braucht.
Wir haben uns gefragt: Wie schaffen wir ein Format, das Menschen sichtbar macht, die wirtschaftlichen Erfolg mit echten Werten verbinden? Menschen, die Verantwortung übernehmen – auch gesellschaftliche Verantwortung – und größer denken als nur den eigenen Vorteil. Daraus entstand die Idee eines Awards, bei dem Netzwerk Gold und Digistore diese Unternehmerinnen und Unternehmer auf die Bühne stellen. Es geht um Wertschätzung, Dank und Vorbildwirkung – und um das Signal: Unternehmerischer Erfolg ist möglich, ohne „no matter what“, sondern mit Verantwortung, Win-win-Situationen und echtem Mehrwert.
Wie kommt man auf so eine Idee? Ein Award ist ja aufwendig.
Es war ein Bedürfnis. Ich habe über viele Jahre in Kooperationen viele Menschen kennengelernt, die sehr erfolgreich waren. Erfolg fasziniert mich – auch die Frage, was man daraus lernen kann. Gleichzeitig habe ich Licht und Schatten gesehen: Menschen, bei denen Erfolg an erster Stelle stand, „no matter what“. Konsequenzen und Weg waren zweitrangig, Hauptsache der Umsatz stimmt.
Das hat in mir den Wunsch ausgelöst, einen anderen Weg zu gehen: so erfolgreich zu sein, dass alle profitieren. Das habe ich auch im Austausch mit Digistore wiedergefunden. Wir wollten nicht nur darüber reden oder unser Netzwerk mit solchen Menschen vergrößern, sondern ein sichtbares Zeichen setzen, dass werteorientiertes Wirtschaften gesehen und wertgeschätzt wird – und dass es Vorbildfunktion haben kann.
Deshalb: ein Award, Reichweite nutzen, Menschen würdigen und sagen: Genau so darf Wirtschaften sein.
ZIELGRUPPE, EINREICHUNG, JURY, ABLAUF
Ich meine, der Einreichschluss ist der 13. Februar, ungefähr – stimmt das?
Ja, genau.
Wen sprechen Sie an: kleine, mittlere, große Unternehmen?
Wir sprechen vor allem Unternehmerinnen und Unternehmer im digitalen Raum an – weil Netzwerk Gold stark aus Menschen besteht, die ihr Business digitalisiert haben, und weil Digistore genau dort seine Kernleistungen anbietet. In diesem Raum sprechen wir alle an, die sagen: Was ich tue, tue ich mit einem hohen Anspruch an Integrität. Werte sind nicht verhandelbar, wenn es um Erfolg geht.
Eingeladen ist jeder, der sagt: Ich liefere echte Werte, bin innovativ, leiste einen gesellschaftlichen Beitrag – unabhängig von der Größe. Interessierte können auf unsere Seite gehen, prüfen, ob es für sie stimmig ist, und einreichen.
Es gibt eine Jury aus Netzwerk Gold, Digistore und einer dritten Person. Alle Nominierungen werden angesehen. Dann werden 30 Finalisten zur Awardverleihung eingeladen. Sechs von ihnen erhalten den Award.
Jetzt lernen Sie über die Bewerbungen viele Firmen und Menschen kennen. Wie prägt das Ihren Blick auf das Thema?
Ich freue mich über jeden Menschen, der sich bewirbt und den ich noch nicht kenne. Viele leisten großartige Arbeit, sind erfolgreich – oft eher „unter dem Radar“. Die Möglichkeit, solche Menschen sichtbar zu machen, begeistert mich. Ich freue mich auch darauf, mich zu verbinden und das Netzwerk zu erweitern. Jeder spannende Kontakt ist eine „Goldgrube“ an Ressourcen. Das passt zu meiner Stärke: Menschen und Ressourcen zusammenzubringen.
Mein Bild hat sich im Kern nicht verändert: Ich wusste schon vorher, dass es viele Unternehmerinnen und Unternehmer gibt, die Wertvolles leisten. Ich bin dankbar für jede Bewerbung und hoffe, dass wir eine positive Signalfunktion setzen: Business größer denken, mehr in Win-win-Situationen und gemeinsamer Verantwortung denken.
DACH-REGION: WIE STEHT ES UM „WERTESCHAFFEN“?
Wie würden Sie die Werteschaffer-Orientierung im DACH-Raum bewerten? Sind wir Werteschaffer – oder eher „alte Ökonomen“?
Das ist aus meiner Sicht ein sehr differenziertes Feld. Ich kann keine homogene Antwort geben, weil ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht habe. Ich habe Systeme erlebt, die wirtschaftlich grandios waren, aber auf Kosten von Mitarbeitenden, ohne echten Fokus auf Kundenerfolg, mit wenig Nachhaltigkeit. Und ich habe andere erlebt.
Zudem sehe ich nur einen Ausschnitt – meine Bubble. Durch meine Orientierung bin ich eher von Menschen umgeben, die ich als Werteschaffer bezeichnen würde. Gleichzeitig haben wir im DACH-Raum strukturelle Herausforderungen: Die Wirtschaft läuft nicht so, wie ich mir das wünschen würde. Ich sehe auch Menschen, die ins Ausland abwandern und sagen, Unternehmertum in Deutschland lohne sich nicht mehr. Da müssen neue Dinge gedacht werden, damit Unternehmertum attraktiv bleibt und wieder echte Werte entstehen. Gleichzeitig sehe ich viele Einzelunternehmer, die Großartiges leisten – und die ich gerne ins Spotlight stelle, um das zu würdigen.
Würden Sie sagen, der Trend geht in Richtung Werteschaffen? Es gibt ja auch einen Generationenwechsel.
Ich habe das Gefühl, es verschiebt sich etwas. Wenn junge Menschen große Bedrohungen wahrnehmen, führt das dazu, dass sie sagen: Wir müssen anders denken. Nicht „Wachstum über alles“, sondern auch: Wie funktioniert Wachstum? Für mich ist es auch ein Wert, Wachstum so zu gestalten, dass man sich als Ressource nicht ausbrennt – also mit Balance zwischen Leben und Arbeit. Als Unternehmer verschwimmt das zwar, aber die Frage nach sinnvollem Wachstum wird wichtiger.
Wir sehen Ressourcenengpässe in der Gesellschaft. Wir müssen Wege finden, damit es auch künftig gut möglich ist, zu leben und zu wirtschaften.
Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit Thomas Kenyeri aus dem Eventmanagement in Österreich. Er meinte: Die Zeit des Protzens ist vorbei. Rolex und schnelle Autos ziehen weniger – der Erlebnisfaktor zählt. Menschen wollen Sinn, Begegnung, Lernen. Erleben Sie das auch in Ihrem Netzwerk?
Menschen haben Grundbedürfnisse. Je besser diese gedeckt sind, desto stärker werden Bedürfnisse nach Sinn und Beitrag. Wenn jemand Angst hat, ob Essen auf dem Tisch steht, ist Beitragsleistung weniger präsent als bei jemandem, der abgesichert ist.
Wir gestalten unsere Formate mit starkem verbindendem Eventcharakter. Auf Events haben wir zum Beispiel Übungen gemacht, die persönliche Limitierungen adressieren: ein Brett zerschlagen mit der Frage, was zwischen einem und dem nächsten Wachstumsschritt steht – oder einen Pfeil am Hals zerbrechen. Für mich als Kampfsportlerin ist das weniger Herausforderung, für viele ist es ein mentaler Schritt. Das stärkt das Gruppengefühl: gemeinsam etwas geschafft, getragen und gehalten.
Was Menschen „hinterm Ofen hervorlockt“, ist aus meiner Sicht zielgruppenspezifisch. Aber: Je weniger Menschen um Existenz kämpfen, desto eher sind sie bereit, Sinn zu stiften. Ich habe auch Insolvenzen in meinem Umfeld gesehen und musste im letzten Jahr eine meiner Firmen in die Insolvenz schicken. Es läuft nicht alles leicht. Gleichzeitig sind viele Menschen in meinem Umfeld so stabil, dass sie den Wunsch haben, Beitrag zu sein.
Wir haben zudem Charity-Projekte auf verschiedenen Ebenen. Es gibt etwa einen Jugendclub im Netzwerk: Kinder unserer Mitglieder bekommen Mentoring, entwickeln kleine Charity-Ideen, erste Business-Ideen, manche starten mit Investieren. Das zeigt: Wenn Menschen Bewegungsfreiraum haben, nutzen sie ihn.
Danke für das Gespräch. Ich wünsche Ihnen viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Werteschaffer braucht es für die Zukunft – viele, viele kleine Werteschaffer. Vielen Dank, viel Erfolg. Und nach dem Award freue ich mich, wenn Sie wieder berichten.
Sehr gerne. Danke. Ich freue mich über jeden, der sich das Projekt ansieht und sagt: Ich bewerbe mich. Oder: Ich kenne jemanden, der ein echter Werteschaffer ist – dem schicke ich den Link. Ich freue mich auch, wenn Menschen Digistore und Netzwerk Gold näher ansehen. Danke für den Kontakt, und ich wünsche einen schönen Tag.
MINI-GLOSSAR
- Werteschaffer Award:
Auszeichnung für Unternehmerinnen und Unternehmer, die wirtschaftlichen Erfolg mit Verantwortung, Qualität und gesellschaftlichem Beitrag verbinden. - Netzwerk Gold:
Unternehmernetzwerk (gegründet 2024), das Kooperation, werteorientiertes Handeln und das Verbinden von Menschen und Ressourcen in den Mittelpunkt stellt. - Digistore:
Dienstleister/Partner im digitalen Geschäftsumfeld, u. a. für rechtliche Abwicklung und Rechnungsprozesse bei digitalisierten Angeboten. - Win-win-Situation:
Zusammenarbeit, bei der mehrere Beteiligte profitieren – nicht nur eine Seite. - DACH-Raum:
Deutschland, Österreich und Schweiz als gemeinsame Betrachtungsregion (Wirtschaft/Markt). - Bedürfnispyramide / Sinnbedürfnis:
Idee, dass Bedürfnisse nach Sinn und Beitrag stärker werden, wenn Grundbedürfnisse abgesichert sind. - Finalisten/ Juryprozess:
Aus Nominierungen werden 30 Finalisten eingeladen; eine Jury (u. a. Netzwerk Gold und Digistore) wählt daraus sechs Preisträger. - Charity-Projekte:
Gemeinnützige Aktivitäten innerhalb des Netzwerks, teils auch über einen Jugendclub für den unternehmerischen Nachwuchs.
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