Generationentalk: PwC-CEO Krickl über Reverse Mentoring und GenZ

Wie verändert sich Führung, wenn bis zu fünf Generationen gleichzeitig in Unternehmen arbeiten – und die GenZ zunehmend Verantwortung übernimmt? Im marswalk-Podcast sprechen PwC-CEO Rudolf Krickl und marswalk-media-CEO Victor Samuel Vecsei über Reverse Mentoring, Lernkultur und Erwartungen an Management im Generationenwechsel.

© marswalk
marswalk-media-CEO Victor Vecsei im Gespräch mit PwC-CEO Rudolf Krickl über Verantwortung, Lernen und die GenZ in der Führungsetage
© marswalk

Die GenZ ist im Arbeitsmarkt angekommen – in Teams, in Projekten und zunehmend auch in Entscheidungs- und Führungsstrukturen. Damit rückt eine zentrale Managementfrage stärker in den Vordergrund: Wie gelingt Führung, wenn Verantwortung generationenübergreifend getragen wird und unterschiedliche Prägungen, Erwartungen und Arbeitslogiken aufeinandertreffen?

Viele Organisationen befinden sich mitten in diesem Übergang. Karrierewege sind weniger linear, Kommunikation direkter, Entscheidungsprozesse schneller. Als erste Generation, die vollständig digital sozialisiert wurde, bringt die GenZ ein anderes Verhältnis zu Arbeit, Leistung, Loyalität und Führung mit. Leistung werde nicht grundsätzlich infrage gestellt, heißt es in der Presseaussendung – aber anders definiert: Wirkung, Sinn, Transparenz und Entwicklung gelten als Grundannahmen, nicht als Zusatz.

Zwei CEOs, eine Verantwortung

Vor diesem Hintergrund treffen im marswalk-Podcast zwei Geschäftsführer aufeinander, die unterschiedliche Generationen repräsentieren, aber dieselbe Verantwortung tragen: Victor Samuel Vecsei, CEO von marswalk media, und Dr. Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich. Im Mittelpunkt stehe dabei kein Gegeneinander von „jung“ und „erfahren“, sondern die Frage, wie gegenseitiges Verständnis entsteht, was Führungskräfte unterschiedlicher Generationen voneinander lernen können – und warum Lernen in Unternehmen nicht mehr ausschließlich top-down funktionieren kann.

Reverse Mentoring: von der Methode zur Haltung

Lernen war lange klar organisiert: Erfahrung wurde weitergegeben, Verantwortung von oben nach unten vermittelt. Dieses Modell habe Stabilität geschaffen, greife jedoch dort zu kurz, wo sich Märkte, Technologien und Erwartungen schneller verändern als vorhandene Erfahrungswerte. Reverse Mentoring soll dieses Prinzip ergänzen – indem jüngere Führungskräfte Perspektiven aus anderen Lebensrealitäten einbringen. Ziel sei nicht, Erfahrung zu relativieren, sondern Denkweisen, Kommunikationslogiken und Erwartungshaltungen sichtbarer zu machen.

„Junge Personen erleben Organisationen anders“, sagt Krickl. „Diese Unterschiede zu verstehen und einzuordnen ist Voraussetzung für wirksame Führung.“

Was etablierte Führung lernen kann – und warum Erfahrung bleibt

Das Gespräch macht laut Presseaussendung deutlich, dass Spannungen seltener aus mangelnder Leistungsbereitschaft entstehen, sondern aus unterschiedlichen Prägungen. Die GenZ sei an unmittelbare Kommunikation, Transparenz und Beteiligung gewöhnt und definiere Leistung stärker über Wirkung als über Präsenz. Für etablierte Führung bedeute das keinen Kontrollverlust, sondern eine Weiterentwicklung: Entscheidungen müssten erklärbarer werden, Kommunikation konsistenter, Verantwortung nachvollziehbar – als Voraussetzung für Motivation, Bindung und Leistungsfähigkeit.

Gleichzeitig bleibe Erfahrung unverzichtbar – etwa im Umgang mit Komplexität, Zielkonflikten und langfristiger Verantwortung. „Erfahrung zählt nur, wenn sie reflektiert wird“, so Krickl. „Man kann viele Jahre etwas tun, ohne es zu hinterfragen.“

In der Aussendung wird zudem auf demografische Entwicklungen verwiesen: In den kommenden Jahren werden demnach mehr Menschen aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden, als neu eintreten. Unternehmen, die zukunftsfähig bleiben wollen, müssten die GenZ daher verstehen – als Mitarbeitende, als Führungskräfte und als Kunden.

Der Podcast ist auf Spotify abrufbar: https://open.spotify.com/episode/0xCcFuldx2Z1F0X1iuNhqz

Vecsei fasst den Anspruch von Reverse Mentoring so zusammen: Es gehe nicht darum, dass eine Generation der anderen erkläre, wie die Welt funktioniert, sondern darum, Brücken zu bauen – zwischen etablierten Organisationen und der nächsten Generation. Führung funktioniere dann am besten, wenn beide Seiten bereit sind, zuzuhören und voneinander zu lernen.

Über marswalk media

marswalk media ist eine GenZ-Agentur aus Österreich mit Schwerpunkt auf TikTok, Instagram, YouTube und Short-Form-Formaten. Das Unternehmen kombiniert datengetriebene Analyse mit kreativem Storytelling und arbeitet laut Aussendung für Kunden im gesamten DACH-Raum.