VRM fordert Zustellförderung für kostenlose Regionalzeitungen
Der Verband der Regionalmedien Österreichs kritisiert die geplante Ausgestaltung der neuen Medienförderung. Der Ausschluss kostenloser Zeitungen von der Zustellförderung verschärfe bestehende Wettbewerbsnachteile und werde der Bedeutung regionaler Berichterstattung nicht gerecht.

Verband der Regionalmedien Österreichs
© VRM
Kostenlose Regionalzeitungen ermöglichen vielen Menschen einen niederschwelligen Zugang zu Nachrichten aus ihrer unmittelbaren Umgebung. Rund 60 Prozent der Bevölkerung nutzen diese Angebote freiwillig. Nach Ansicht des Verbandes der Regionalmedien Österreichs ist es daher nicht nachvollziehbar, dass kostenlose Zeitungen von der neuen Zustellförderung ausgeschlossen werden sollen.
Gerade in ländlichen Regionen ist die Zustellung mit hohen Kosten verbunden. Förderungen, die eine flächendeckende Versorgung mit regionalen Informationen ermöglichen, seien deshalb auch demokratiepolitisch notwendig, argumentiert der Verband.
Kritik an zusätzlicher Wettbewerbsverzerrung
Kostenlose Zeitungen sind bereits von der klassischen Presseförderung und damit auch von der bestehenden Vertriebsförderung ausgeschlossen. Durch die geplante Zustellförderung werde diese Benachteiligung nach Einschätzung des VRM weiter verschärft.
Dabei bewegen sich kostenlose Regionalzeitungen auf demselben Werbe- und Lesermarkt wie Kaufzeitungen. Der Ausschluss allein aufgrund des kostenlosen Bezugs sei deshalb sachlich nicht nachvollziehbar.
Regionale Berichterstattung unter Druck
Für Regionalzeitungen werde es zunehmend schwieriger, ihre Rolle als Informationsquelle wahrzunehmen. Laut Media-Analyse interessieren sich die Menschen besonders für Ereignisse in ihrer unmittelbaren Umgebung.
Dazu zählen Lokalpolitik, Chronik, Kulturveranstaltungen, Feste, lokale Sportberichterstattung sowie Informationen über freiwillige Organisationen. Diese Themen betreffen das direkte Lebensumfeld der Bevölkerung und können in überregionalen Medien häufig nur eingeschränkt oder gar nicht behandelt werden.
Niederschwelliger Zugang zu regionalen Informationen
Nach Ansicht des VRM steigt in einer zunehmend digitalen Welt zugleich das Bedürfnis nach analogen Informationsangeboten. Die Mitgliedsmedien des Verbandes würden diesen niederschwelligen Zugang zur Region ermöglichen – unabhängig davon, ob Leser für ein Medium bezahlen können oder wollen.
Damit leisteten kostenlose Regionalzeitungen einen Beitrag dazu, eine Zweiklassengesellschaft beim Zugang zu Informationen zu vermeiden.
Rund fünf Millionen Euro für VRM-Mitglieder
Für die künftige Medienförderung sind insgesamt 115 Millionen Euro vorgesehen, die auf unterschiedliche Fördertöpfe verteilt werden. Auf die Mitglieder des Verbandes der Regionalmedien Österreichs werden laut VRM wie bisher nicht mehr als rund fünf Millionen Euro entfallen.
Andere Mediengattungen sollen hingegen deutlich höhere Förderungen erhalten. Nach Ansicht des Verbandes bildet diese Verteilung die Rolle der Regionalzeitungen im österreichischen Medienmarkt nicht ausreichend ab.
Der VRM vertritt mehr als 200 Zeitungstitel mit einer Gesamtauflage von rund 7,8 Millionen Exemplaren pro Erscheinungstermin.
Digitale Transformation und Medienkompetenz
Positiv bewertet der Verband die Neuauflage des Fonds zur digitalen Transformation. Auch die geplante Förderung von Medienkompetenz und Medienangeboten für junge Menschen wird begrüsst.
VRM fordert Zweckbindung der Digitalsteuer
Das Aufkommen aus der Digitalsteuer lag im Jahr 2025 bereits bei mehr als 140 Millionen Euro und wächst weiterhin. Der VRM fordert, diese Steuereinnahmen zweckgebunden für die Förderung des österreichischen Medienmarktes einzusetzen.
Dabei müssten auch kostenlose Regionalmedien berücksichtigt werden.
