Jugend-Internet-Monitor 2026: Social Media verliert – Chatbots gewinnen

Der Jugend-Internet-Monitor 2026 von Saferinternet.at weist für alle großen Social-Media-Plattformen in Österreich rückläufige Nutzungswerte aus. WhatsApp bleibt dennoch die meistgenutzte Plattform, während KI-Chatbots wie ChatGPT deutlich an Bedeutung gewinnen. Grundlage sind Befragungen von 500 Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren.

© jugendinternetmonitor.at
© jugendinternetmonitor.at

WhatsApp bleibt unter Österreichs Jugendlichen auch 2026 die meistgenutzte Online-Plattform – allerdings mit sinkender Reichweite. Das zeigt der aktuelle Jugend-Internet-Monitor der EU-Initiative Saferinternet.at, der seit elf Jahren die Nutzung von sozialen Netzwerken und Online-Plattformen bei 11- bis 17-Jährigen erhebt. Für die diesjährige Auswertung wurden 500 Jugendliche aus ganz Österreich befragt; durchgeführt wurde die Studie vom Institut für Jugendkulturforschung, unterstützt von EU und FFG.

Alle großen Plattformen verlieren Nutzer:innen

Im Ranking liegt WhatsApp mit 82 Prozent Nutzung (davon 84 Prozent täglich) weiterhin an der Spitze, verliert aber gegenüber dem Vorjahr fünf Prozentpunkte. Auf Platz zwei folgt YouTube mit 76 Prozent (50 Prozent täglich), ebenfalls rückläufig (minus vier Prozentpunkte).

Snapchat erreicht 65 Prozent Nutzung (85 Prozent täglich) und liegt damit knapp vor TikTok und Instagram, die jeweils von 64 Prozent der Jugendlichen genutzt werden. TikTok wird dabei häufiger täglich verwendet (83 Prozent) als Instagram (77 Prozent). Im Vergleich zu 2025 verzeichnen alle drei Plattformen deutliche Rückgänge: Snapchat und Instagram jeweils minus neun Prozentpunkte, TikTok minus acht Prozentpunkte. Auf Platz sechs folgt Microsoft Teams mit 31 Prozent Nutzung (minus vier Prozentpunkte).

Abseits der Top 6: Rückgänge – mit wenigen Ausnahmen

Auch jenseits der größten Plattformen zeigt sich ein vielfältiges Nutzungsverhalten: Pinterest kommt auf 31 Prozent, Roblox auf 23 Prozent, Discord auf 18 Prozent, Twitch auf 14 Prozent. Rückgänge werden auch hier berichtet; stabil bleiben laut Studie Signal und Reddit (je 9 Prozent). Als stärkster Verlierer wird BeReal genannt: Die App wird 2026 nur noch von 7 Prozent der Befragten genutzt.

Geschlechterunterschiede werden kleiner – Ausnahmen bei Gaming und Streaming

Bei den meistgenutzten Plattformen fallen die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs laut Studie gering aus. YouTube und TikTok werden weiterhin etwas häufiger von Jungs genutzt, während sich bei WhatsApp, Snapchat und Instagram 2026 keine Unterschiede mehr zeigen. Deutlichere Differenzen gibt es bei Discord und Twitch (stärker männlich geprägt) sowie bei Pinterest, das vor allem Mädchen anspricht.

Kurzvideos und Algorithmus prägen die Nutzung

Saferinternet.at beschreibt zudem eine Verschiebung im Nutzungsverhalten: Der direkte Austausch und das gezielte Folgen einzelner Personen treten demnach stärker in den Hintergrund, während das passive Konsumieren algorithmisch empfohlener Kurzvideos zunimmt – ein Prinzip, das längst auf mehreren Plattformen dominiert.

KI-Chatbots als fixer Bestandteil

Parallel zur rückläufigen Social-Media-Nutzung gewinnen KI-Chatbots an Bedeutung: 94 Prozent der befragten Jugendlichen nutzen laut zusätzlicher Erhebung Chatbots. Saferinternet.at verweist in diesem Zusammenhang auch auf eine wachsende Vielfalt digitaler Angebote sowie auf Kritik Jugendlicher – etwa an Werbung, ähnlichen Inhalten über Plattformen hinweg und belastenden Inhalten bis hin zu Hasskommentaren. Detailergebnisse zur Erhebung „KI-Chatbots als Alltagsbegleiter für Jugendliche“ sollen am 9. Februar 2026 veröffentlicht werden.

Hinweis: Details und Zeitreihen zur Studie sind laut Saferinternet.at unter jugendinternetmonitor.at abrufbar.