Mobile Ad Fraud verlagert sich in organischen Traffic

Der neue „State of Fraud for Marketers 2026“ von AppsFlyer zeigt eine deutliche Verschiebung bei Mobile Ad Fraud. Während Paid Channels stärker kontrolliert werden, weichen betrügerische Aktivitäten zunehmend in weniger geprüfte Bereiche wie organischen Traffic, Affiliates und Owned Media aus.

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AppsFlyer App-Install Fraud Rate Trend Germany
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Organischer Traffic wird zur zentralen Schwachstelle

AppsFlyer hat den „State of Fraud for Marketers 2026“-Report veröffentlicht. Die Analyse zeigt, wie sich Mobile Ad Fraud zwischen dem ersten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 über Plattformen, Branchen, Kanäle und Betrugsmethoden hinweg verändert hat. Grundlage sind anonymisierte und aggregierte Daten aus 106,4 Milliarden Gesamt-Installs, 55,3 Milliarden bezahlten Installs und 246.000 Apps.

Laut Report macht organischer Traffic inzwischen 52 Prozent aller betrügerischen Installationen aus. Damit ist er der grösste einzelne Fraud-Kanal. Für Marketer ist organischer Traffic besonders relevant, weil er häufig als Benchmark dient, um die Effektivität bezahlter Kampagnen zu bewerten. Wird diese Basis künstlich erhöht, können betrügerische Paid Installs weniger auffällig erscheinen.

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Adam Smart, Director of Product for Gaming bei AppsFlyer
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Adam Smart, Global Director of Product Gaming bei AppsFlyer, ordnet diese Entwicklung entsprechend ein: „Die Frage danach, warum ein Fraudster organischen Traffic angreifen sollte, wenn es dafür keine direkte Auszahlung gibt, lohnt sich. Die Antwort lautet: Organischer Traffic ist die Benchmark. Es ist die Zahl, anhand derer Marketer bewerten, ob eine bezahlte Kampagne erfolgreich ist. Wenn man diese Zahl aufbläht, verschiebt man das, was als normal gilt. Plötzlich sehen betrügerische Paid Installs nicht mehr betrügerisch aus. Sie wirken so, als würden sie lediglich mit der Benchmark Schritt halten. Ob das beabsichtigt ist oder nicht, ist dabei zweitrangig. Genau das ist der Effekt. Und derzeit optimieren viele Marketer gegen eine Benchmark, die bereits verschoben wurde.“

Betrug verlagert sich in weniger geprüfte Kanäle

Der Report beschreibt, wie sich Fraud verlagert, sobald einzelne Kanäle stärker kontrolliert werden. Im Finanzbereich sank der Anteil von Affiliates am gesamten Betrug von 58 auf 49 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil von Organic von 35 auf 46 Prozent. Die stärkere Kontrolle eines Kanals reduzierte den Betrug damit nicht automatisch, sondern verschob ihn in einen Bereich, der weniger stark überwacht zu sein scheint.

Wie stark Mobile Ad Fraud Kampagnendaten verzerren kann, zeigt sich über verschiedene Branchen hinweg. Im Bereich Social Media auf iOS erreichte der Real Users Lift 2025 im zweiten Quartal 275 Prozent. Das bedeutet, dass drei von vier bezahlten Installationen über ein gesamtes Quartal hinweg gefälscht waren. Kampagnenkennzahlen, die auf diesen Daten basierten, bezogen sich damit zu grossen Teilen auf eine Zielgruppe, die gar nicht existierte.

Auch in anderen Kanälen zeigt sich diese Entwicklung. Fraud in Owned Media stieg im Jahresvergleich um 221 Prozent, von 3,4 auf 11 Prozent. DSP-Fraud legte um 59 Prozent zu, von 5,6 auf 8,9 Prozent. Sobald die Kontrolle in sichtbaren Paid Channels zunimmt, verlagert sich Fraud laut Analyse dorthin, wo die Erkennung schwächer ist.

Deutschland zeigt eigenes Muster bei Affiliate Fraud

In Deutschland zeigt sich die im Report beschriebene Verschiebung von Mobile Ad Fraud ebenfalls, allerdings mit einem eigenen Muster. Die Gesamtwerte lagen nach einem deutlichen Ausschlag im zweiten Quartal 2025 zuletzt wieder niedriger. Die Fraud-Rate in Deutschland erreichte zwischenzeitlich 15,7 Prozent auf Android und 17,9 Prozent auf iOS, sank jedoch bis zum ersten Quartal 2026 auf 10,5 beziehungsweise 8,7 Prozent.

Auffällig ist in Deutschland weniger ein Anstieg von Organic Fraud, sondern die Verlagerung in Affiliate-Kanäle. Während Organic Fraud mit 10,5 Prozent nahezu stabil blieb, stieg Affiliate Fraud von 33,7 auf 40,2 Prozent. Damit folgt Deutschland dem Muster reifer Werbemärkte, in denen besser kontrollierte Bereiche stabiler werden, während Fraud in weniger transparente Partner- und Vermittlerstrukturen ausweicht.

Besonders deutlich ist zudem der iOS-Befund. Während der Anteil von Store Validation Fraud global zuletzt zurückging, stieg er in Deutschland von 66 auf 81 Prozent des erkannten iOS-Frauds. Die Fälschung oder Manipulation technischer Installationsnachweise bleibt damit in Deutschland ein besonders dominanter Betrugsvektor.

Affiliates und Organic dominieren betrügerische Installs

Zu den weiteren zentralen Ergebnissen des Reports zählt, dass Affiliates und Organic zusammen neun von zehn betrügerischen Installs ausmachen. Auf Affiliates entfallen dabei fast 40 Prozent des gesamten Frauds. Die Differenz zwischen den Fraud-Raten von Affiliates und Self-Reporting Networks erreichte im ersten Quartal 2026 das 36-Fache und lag in jedem Quartal des Vorjahres über dem 30-Fachen.

Gambling auf Android ist laut Report die einzige Branche, in der Fraud weiterhin zunimmt. Die Fraud-Raten stiegen im Jahresvergleich von 49 auf 59 Prozent und erreichten im vierten Quartal 2025 einen Höchstwert von 64 Prozent. Der Real Users Lift lag im vierten Quartal bei 175 Prozent. Das bedeutet, dass Advertiser für nahezu zwei gefälschte Nutzer pro tatsächlich gewonnenem Nutzer bezahlten.

Im Finance Vertical auf Android hat sich Fraud über fünf aufeinanderfolgende Quartale hinweg nicht verbessert. Der Real Users Lift blieb seit dem ersten Quartal 2025 konstant zwischen 50 und 53 Prozent. Etwa die Hälfte dessen, was Finance Advertiser auf Android zu gewinnen glauben, existiert laut Report nicht.

iOS-Fraud ging im Jahresvergleich um 33 Prozent zurück, von 17,5 Prozent im ersten Quartal 2025 auf 11,7 Prozent im ersten Quartal 2026. Damit lag iOS erstmals unter Android.

Analyse basiert auf 246.000 Apps

Der „State of Fraud for Marketers 2026“ von AppsFlyer basiert auf anonymisierten, aggregierten Daten von 246.000 Apps mit mindestens 1.000 Installs im Analysezeitraum. Insgesamt umfasst die Analyse 106,4 Milliarden Installs sowie 55,3 Milliarden bezahlte Installs vom ersten Quartal 2025 bis zum ersten Quartal 2026 über iOS und Android hinweg. Alle Ergebnisse folgen Volumenschwellen, um statistische Validität sicherzustellen.

AppsFlyer positioniert sich als Modern Marketing Cloud und unterstützt Unternehmen in den Bereichen Measurement, Deep Linking, Data Collaboration und autonome KI-Workflows. Das Unternehmen ist seit mehr als zehn Jahren im Bereich Mobile Attribution tätig und wird weltweit von mehr als 15.000 Unternehmen genutzt.

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