Markenkooperationen gewinnen als strategischer Hebel an Gewicht

© Ingo Folie/Marketing Club Österreich
Große Freude über einen erneut gut besuchten und sehr gehaltvollen Clubabend (v.l.n.r.): Bernhard Gily, Regina Loster, Nils Pickenpack, Kathrin Brandtner, Andreas Ladich, Claudia Wieland, Niko Pabst, Lisa-Maria Moosbrugger und Martin Eicher
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Markenkooperationen zwischen Potenzial und Praxis

Markenkooperationen rücken für Unternehmen stärker in den Fokus. Beim Clubabend des Marketing Club Österreich im Steigenberger Hotel Herrenhof diskutierten rund 130 Marketer, welchen konkreten Mehrwert Partnerschaften heute leisten können und unter welchen Voraussetzungen sie Wirkung entfalten. Im Zentrum stand die Frage, wie sich durch strategische Kooperationen neue Zielgruppen erschließen, Markenwerte stärken und nachhaltige Wettbewerbsvorteile erzielen lassen.

Kooperation als strategischer Hebel

Den inhaltlichen Auftakt nach der Begrüßung durch MCÖ-Präsident Andreas Ladich und Anton Grundner, Manager Steigenberger Hotel Herrenhof, bildete die Keynote von Nils Pickenpack, Gründer und Geschäftsführer von connecting brands. Seine zentrale Botschaft: Markenkooperationen sind längst kein kurzfristiges Marketinginstrument mehr, sondern ein strategischer Wachstumshebel.

Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass für eine klare Mehrheit der Unternehmen die Bedeutung von Kooperationen steigt. Mehr als 80 Prozent gehen von einer zunehmenden oder stark zunehmenden Relevanz aus. Als wichtigste Ziele nennen Unternehmen vor allem die Gewinnung neuer Kunden, die Erschließung neuer Zielgruppen sowie die Schaffung zusätzlicher Mehrwerte für bestehende Kunden.

„Doch nicht jede erfolgreiche Kooperation ist automatisch auch eine sinnvolle“, betont Pickenpack. Entscheidend seien strategischer Fit, echter Kundennutzen und eine langfristige Perspektive.

Passung, Mehrwert und klare Ziele

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Kathrin Brandtner, Marketingleiterin und Mitglied der Geschäftsführung bei Wiesbauer, Claudia Wieland, Leitung der Abteilung Brand Management und B2C-Marketing bei WienTourismus, Lisa-Maria Moosbrugger, Marketing Director Österreich bei Coca-Cola Company, und Martin Eicher, Prokurist und Leiter Marketing und Innovation bei Ottakringer Brauerei, wurden diese Erfolgsfaktoren aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Moderiert wurde das Gespräch von Bernhard Gily, Verlagsleiter bei medianet.

Ein zentrales Learning des Abends war, dass erfolgreiche Markenkooperationen nicht zufällig entstehen. Sie basieren auf klar definierten Zielen, Vertrauen und einer echten inhaltlichen Passung der Marken.

„Markenkooperationen sind ein strategischer Hebel: Durch die Bündelung von Stärken, Reichweiten und Ressourcen schaffen wir eine effiziente Kommunikation, steigern die Markenwahrnehmung und erschließen gemeinsam neues Wachstumspotenzial“, so Kathrin Brandtner.

Lisa-Maria Moosbrugger ergänzt: „Markenkooperationen sind dann erfolgreich, wenn sie authentisch zur Marke passen, kulturell relevant sind und einen klaren Mehrwert für Konsumenten bieten. Entscheidend ist für uns eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die gemeinsame Werte widerspiegelt, um für alle Partner das gesamte Potenzial auszuschöpfen.“

„Gerade im Destinationsmarketing ist die enge Zusammenarbeit mit Partnern und Stakeholdern entscheidend. Glaubwürdigkeit entsteht, wenn viele Partner gemeinsam eine starke, konsistente Geschichte erzählen“, betont Claudia Wieland.

Auch kritische Fragen wurden diskutiert: Wo endet Kooperation und wo beginnt Sponsoring? Wie misst man Erfolg? Und wann wird eine Kooperation zum Selbstzweck?

„Kooperationen liegen im Trend, doch sie sind kein Selbstzweck. Sie müssen sich auch im Leistungsvergleich mit anderen Marketing-Instrumenten behaupten“, gibt Nils Pickenpack zu bedenken.

Zwischen Kreativität und Struktur

Die Diskussion zeigte, dass neben kreativen Ansätzen vor allem strukturelle Faktoren über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Dazu zählen die Wahl des richtigen Partners, ein klar definiertes Kooperationskonzept, professionelles Management sowie eine kontinuierliche Erfolgsmessung.

Ebenso wichtig ist eine echte Win-win-Situation für alle Beteiligten, inklusive der Kunden. Martin Eicher bringt es auf den Punkt: „Gut gemachte Kooperationen brechen mit Erwartungen und machen Marken auf eine Weise erlebbar, die klassische Kommunikation oft nicht schafft.“

Netzwerkformat mit Praxisbezug

Bereits vor dem offiziellen Programm bot ein Markenspeeddating konkrete Möglichkeiten zur Anbahnung neuer Partnerschaften. In kompakten, moderierten Gesprächsformaten konnten sich Vertreter von Markenartikelunternehmen sowie Marken aus der Industrie gezielt austauschen und erste Kooperationsideen entwickeln.

„Ein Format, das den hohen Praxisbezug und Netzwerkgedanken des Marketing Club Österreich einmal mehr unterstreicht“, betont Niko Pabst, Vizepräsident des Marketing Club Österreich, der den Abend inhaltlich gestaltete.

Kooperation als Zukunftsthema

Neben den inhaltlichen Impulsen stand vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Der Clubabend machte deutlich, dass sich Markenkooperationen zunehmend zu einem zentralen Bestandteil moderner Markenführung entwickeln.

„Unser Clubabend hat gezeigt, welch hohen Stellenwert Kooperationen im Marketing der Zukunft einnehmen“, sagt Regina Loster, Geschäftsführerin des Marketing Club Österreich, abschließend.