TV bleibt Rückgrat der Bewegtbildnutzung in Österreich

Die Bewegtbildstudie 2026 zeigt eine hohe Alltagsrelevanz von Video, Streaming und Social Media in Österreich. Trotz wachsender digitaler Nutzung bleiben TV-Inhalte über lineare und digitale Verbreitungswege hinweg der wichtigste Bestandteil des Bewegtbildkonsums.

© RTR Medien
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Die Bewegtbildnutzung ist in Österreich fest im Alltag verankert. Laut Bewegtbildstudie 2026 nutzen alle Menschen ab 14 Jahren zumindest einmal pro Woche Bewegtbildangebote. Mehr als drei Viertel der Bevölkerung konsumieren diese Inhalte täglich. Insgesamt verbringen die Österreicher im Schnitt 359 Minuten pro Tag mit Bewegtbild.

TV bleibt stärkster Bewegtbildbereich

Den größten Anteil am Bewegtbildkonsum nehmen weiterhin TV-Inhalte ein. Klassische und digital verbreitete Angebote von Fernsehveranstaltern machen zusammen 71 Prozent der genutzten Inhalte aus. Videoportale kommen auf 13 Prozent, Social Media ohne TV-Inhalte auf rund 15 Prozent. TV-Inhalte werden dabei nicht nur linear, sondern auch über Mediatheken, Streamingangebote und soziale Plattformen genutzt.

Der Bewegtbildkonsum verteilt sich mittlerweile nahezu gleich auf klassische TV-Verbreitungswege und Online-Kanäle. Klassische Broadcast-Distribution steht laut Studie für 49,2 Prozent der Nutzung, Online-Distribution für 49,7 Prozent. Damit zeigt sich, dass digitale Verbreitungsformen die TV-Nutzung nicht ersetzen, sondern erweitern.

Jüngere Zielgruppen sehen stärker online

Besonders deutlich wird die Verschiebung bei den 14- bis 29-Jährigen. In dieser Altersgruppe liegt die tägliche Bewegtbildnutzung bei 413 Minuten. Auch hier bleiben TV-Inhalte mit 52,6 Prozent der Nutzung führend, Social Media ohne TV-Inhalte erreicht 25,4 Prozent, Videoportale kommen auf 20,3 Prozent. Netflix liegt in dieser Gruppe bei 9,7 Prozent der gesamten Bewegtbildnutzung.

In der Altersgruppe der 20- bis 59-Jährigen beträgt die tägliche Nutzungsdauer 365 Minuten. TV-Inhalte erreichen hier 65 Prozent, Social Media ohne TV-Inhalte 17,4 Prozent und Videoportale 16,5 Prozent. Die Ergebnisse zeigen damit deutliche Unterschiede nach Alter, gleichzeitig aber eine anhaltend hohe Relevanz von TV-Inhalten über alle Gruppen hinweg.

Prime Time bleibt relevant

Im Tagesverlauf zeigt sich weiterhin ein klarer Nutzungsschwerpunkt am Abend. Rund um die klassische Prime Time steigt die Nutzung von TV-Angeboten und Streamingdiensten deutlich an. Social-Media-Videos werden dagegen über den Tag hinweg gleichmäßiger genutzt und gehen in den späteren Abendstunden zurück.

„Mit knapp sechs Stunden pro Tag bewegt sich die Bewegtbildnutzung in Österreich auf einem hohen Niveau. Digitale Verbreitungswege sind für Broadcaster hoch relevant, um jüngere Zielgruppen effektiv zu erreichen. Dabei hat der Big Screen seinen festen Platz im Konsum von Bewegtbildinhalten für längere Formate, während Kurzformate gerne auf mobilen Endgeräten konsumiert werden. Broadcaster-Inhalte finden in sozialen Medien Beachtung, wodurch junge Zielgruppen an etablierte Medienmarken und Nachrichtenangebote herangeführt werden können“, sagt Wolfgang Struber, Geschäftsführer der RTR Medien.

Big Screen bleibt wichtig

Auch bei den Endgeräten zeigen sich klare Nutzungsmuster. Auf dem TV-Gerät werden vor allem klassische und längere Bewegtbildinhalte genutzt. Insgesamt verbringen die Österreicher täglich 253 Minuten vor dem großen Bildschirm. Dort entfallen 86 Prozent der Nutzung auf Angebote von Broadcastern, rund zehn Prozent auf Videoportale.

Auf Smartphones und Tablets dominieren dagegen Kurzformate und Social Media. In der Gesamtbevölkerung entfallen auf mobilen Geräten etwas mehr als 60 Prozent der Nutzung auf Social-Media-Inhalte inklusive Broadcaster-Inhalten. Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt die Nutzungsdauer am Smartphone und Tablet mit 152 Minuten deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung.

„Die Angebote der Broadcaster behaupten sich im Medienalltag der Österreicherinnen und Österreicher auch als digitale Angebote und gegen Big-Tech-Plattformen – in allen Altersgruppen. Der konsequente und erfolgreiche Ausbau der Sendermediatheken manifestiert sich in der intensiven Nutzung der qualitativ hochwertigen Broadcaster-Angebote auf allen Endgeräten. Bildschirme werden zunehmend im Verbund genutzt: Die Second-Screen-Nutzung bietet attraktive Interaktionsmöglichkeiten für Marken, die von der Werbewirksamkeit des Big Screens und der Vertrauenswürdigkeit der Broadcaster-Angebote profitieren und im digitalen Umfeld weiterführende Informationen bieten können“, sagt Thomas Gruber, Obmann der Arbeitsgemeinschaft TELETEST.

Methodik der Studie

Die Bewegtbildstudie 2026 wurde von Marketmind in Zusammenarbeit mit Rogator im Auftrag von RTR Medien und der Arbeitsgemeinschaft TELETEST durchgeführt. Im Februar 2026 wurden 4.000 Personen ab 14 Jahren befragt, repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Bildung und Region. Der Fragebogen wurde erstmals vollständig für mobile Endgeräte optimiert. 60 Prozent der Interviews wurden über Smartphones oder Tablets durchgeführt, 40 Prozent über Desktop-Computer oder Laptops. Aufgrund methodischer Änderungen sind die Ergebnisse nicht direkt mit den Vorjahreswerten vergleichbar.