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MARKETING X 2026: Strategien für Marken und Marketing

Wie können Marken angesichts neuer Technologien, veränderter Mediennutzung und steigender Erwartungen relevant bleiben? Bei der dritten MARKETING X in Wien diskutierten 65 Vortragende vor 400 Teilnehmern über Markenstrategien, digitale Innovation, Wachstumschancen und Führungsfragen. Im Mittelpunkt standen konkrete Erfahrungen aus Unternehmen und die Frage, welche Ansätze Marketingverantwortlichen künftig Orientierung bieten können.

© Elisabeth Kessler MOMENTUM Wien
Dicht gedrängte Reihen bei der MARKETING X am 13. und 14. Oktober 2026 in Wien: Den 400 Teilnehmer:innen wurden 30 Programmpunkte auf zwei Bühnen mit insgesamt 65 Speakern geboten.
© Elisabeth Kessler MOMENTUM Wien

Künstliche Intelligenz verändert kreative Prozesse und Geschäftsmodelle, die Mediennutzung verteilt sich auf immer mehr Plattformen und Marken müssen ihre Zielgruppen über zahlreiche Kontaktpunkte erreichen. Gleichzeitig wird es anspruchsvoller, dauerhaft Aufmerksamkeit aufzubauen und sich im Wettbewerb zu behaupten. Für Marketingverantwortliche stellt sich damit zunehmend die Frage, welche Strategien langfristig tragfähig sind und wie neue Technologien sinnvoll in bestehende Marketingprozesse integriert werden können.

Mit diesen Herausforderungen beschäftigte sich die dritte Ausgabe der MARKETING X, die am 13. und 14. Oktober 2026 im DoubleTree by Hilton Vienna Schönbrunn stattfand. Nach Angaben der Veranstalter kamen 400 Teilnehmer und 65 Vortragende zusammen. Das Programm umfasste 30 Beiträge auf zwei Bühnen, der Main Stage und dem Speakers Corner.

Die von den Veranstaltern der JETZT Konferenzen initiierte Fachveranstaltung brachte Vertreter aus Marketing, Medien, Werbung und Technologie zusammen. Diskutiert wurden aktuelle Entwicklungen in der Markenführung, die Bedeutung digitaler Innovationen sowie Möglichkeiten, Marketing stärker mit unternehmerischen Wachstumszielen zu verbinden.

B2B-Marketing: Wachstum als strategische Aufgabe

Ein Schwerpunkt des ersten Konferenztages war die Rolle des Marketings als Wachstumstreiber im B2B-Bereich.

Den Auftakt bildete ein Live-Interview mit Ingrid Gogl, Head of Brand & Communication bei Austrian Airlines, über die Marketingaktivitäten der Fluggesellschaft.

In der anschließenden Opening Keynote beschäftigte sich Jenny Gruner mit der Frage, wie Marketing im B2B-Umfeld stärker zum Geschäftserfolg beitragen kann. Gruner ist Strategieberaterin für Commercial Growth Architecture im B2B-Mittelstand und war zuletzt Director Global Marketing & Digital Business Transformation bei Hapag-Lloyd.

Ihr Vortrag „Marketing braucht Mut – wie Marketing im B2B zum Wachstumstreiber wird“ rückte die Verbindung zwischen Marketingstrategie und wirtschaftlicher Entwicklung in den Mittelpunkt.

Für Marketingverantwortliche liegt darin ein wichtiger strategischer Ansatz: Marketing nicht ausschließlich anhand einzelner Kampagnen und Kommunikationsmaßnahmen zu betrachten, sondern dessen Beitrag zu übergeordneten Unternehmens- und Wachstumszielen stärker in den Fokus zu rücken.

Gerade im B2B-Marketing stellt sich damit die Frage, wie Marketingaktivitäten mit Vertrieb, Geschäftsentwicklung und langfristiger Kundenbindung zusammenwirken können. Der Vortrag griff diese grundsätzliche Herausforderung aus der Perspektive strategischer Wachstumsentwicklung auf.

Markenidentität: Welche Rolle spielt eine klare Haltung?

Auch die Positionierung von Marken war ein zentrales Thema des ersten Konferenztages.

Theresa Kriechhammer, Head of Marketing bei der Westbahn, beschäftigte sich in ihrer Midday Keynote mit „Mut als Kern der Markenidentität – wie Haltung eine Marke formt“.

Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Bedeutung eine erkennbare Haltung für die Entwicklung und Führung einer Marke haben kann. Der Beitrag rückte damit einen Aspekt in den Vordergrund, der über die Gestaltung einzelner Werbemaßnahmen hinausgeht: die langfristige strategische Ausrichtung einer Marke.

Für Marketingentscheider ergibt sich daraus eine zentrale Fragestellung: Wie lässt sich eine Markenidentität entwickeln, die Orientierung für Kommunikation und Positionierung bietet?

Eine klar definierte Markenidentität kann als Maßstab für die Beurteilung von Kommunikationsmaßnahmen dienen. Sie ermöglicht es, einzelne Aktivitäten stärker auf eine gemeinsame strategische Grundlage auszurichten.

Wachstumsstrategien am Beispiel NEOH

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung einer jungen Marke beschäftigte sich Lisa Krapinger-Rüther, Senior Vice President beim Süßwarenhersteller NEOH.

In ihrer Closing Keynote „Von Null auf skalierbar: Was uns bei NEOH wirklich groß gemacht hat – und wie wir im 4. Quartal 2026 wirklich scalen“ stellte sie die Wachstumsentwicklung des Unternehmens und dessen weitere Skalierungspläne in den Mittelpunkt.

Damit ergänzte der Vortrag die Perspektive etablierter Unternehmen um jene einer sogenannten Challenger Brand, die sich in bestehenden Märkten gegen bekannte Wettbewerber positionieren muss.

Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Unternehmensgrößen und Entwicklungsphasen war ein wiederkehrender Bestandteil des Konferenzprogramms. Neben etablierten Marken wurden auch Erfahrungen aus Unternehmen behandelt, die ihre Marktposition erst aufbauen oder deutlich ausweiten wollen.

Digitale Innovation und Relevanz in der Markenführung

Der zweite Veranstaltungstag begann mit einem Live-Interview mit Hanna Bomba, Geschäftsführerin von Huber Shop. Thema waren die Marketingaktivitäten des Filialunternehmens für Unterwäsche, Tagwäsche und Bademode.

Einen weiteren Schwerpunkt setzte Alma Lipa, Chief Digital and Marketing Officer (CDMO) von L’Oréal DACH, mit ihrer Opening Keynote „The Relevance Edge – Wie L’Oréal durch digitale Innovationskraft und kulturelle Resonanz Markenführung betreibt“.

Der Vortrag beschäftigte sich mit dem Zusammenspiel von technologischer Entwicklung und der kulturellen Relevanz von Marken.

Damit griff die Konferenz eine grundlegende Herausforderung moderner Markenführung auf: Digitale Innovation eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, Konsumenten zu erreichen und Kommunikationsprozesse weiterzuentwickeln. Gleichzeitig müssen Marken berücksichtigen, wie sich gesellschaftliche Entwicklungen, Interessen und Erwartungen ihrer Zielgruppen verändern.

Ein konkreter Nutzen für die strategische Marketingplanung liegt in der Verbindung dieser beiden Perspektiven. Neue digitale Möglichkeiten sollten nicht isoliert betrachtet werden. Ebenso wichtig ist die Frage, ob sie zur Positionierung der Marke und zu den Bedürfnissen der angesprochenen Zielgruppen passen.

Die Keynote von Lipa stellte damit ein Thema in den Mittelpunkt, das angesichts zunehmender technologischer Möglichkeiten für die Markenführung an Bedeutung gewinnt.

Führungsfragen als Bestandteil moderner Marketingorganisationen

Neben Markenstrategien und digitalen Entwicklungen standen auch Fragen der Unternehmensführung auf dem Programm.

Christof Miska, Leadership-Experte der WU Executive Academy, widmete sich in seiner Midday Keynote dem Thema „Management by Känguru – und andere legendäre Leadership-Fails“.

Der Beitrag ergänzte die inhaltlichen Schwerpunkte der Konferenz um die Führungsperspektive. Denn Marketingstrategien müssen nicht nur entwickelt, sondern auch innerhalb von Organisationen umgesetzt werden.

Für Führungskräfte im Marketing ist damit neben fachlichen und technologischen Kompetenzen auch die Gestaltung von Entscheidungsprozessen und Zusammenarbeit ein relevantes Themenfeld.

Kreativität: Was sich aus international ausgezeichneten Kampagnen lernen lässt

Den Abschluss der MARKETING X 2026 gestaltete Maximilian Mondel, Initiator der Fachkonferenz und Geschäftsführer von MOMENTUM Wien.

In seinem Vortrag präsentierte er ausgewählte kreative Werbespots der Cannes Lions 2026 und beschäftigte sich mit der Frage, welche Erkenntnisse Marketing- und Werbeverantwortliche daraus gewinnen können.

Damit rückte zum Ende der zweitägigen Veranstaltung die kreative Qualität von Markenkommunikation in den Mittelpunkt.

Die Auseinandersetzung mit international ausgezeichneten Kampagnen bot einen weiteren Zugang zur Frage, wie Marken Aufmerksamkeit erzeugen und ihre Botschaften wirkungsvoll vermitteln können.

Für die Marketingpraxis ist insbesondere die Analyse unterschiedlicher kreativer Ansätze relevant. Sie kann Anhaltspunkte dafür liefern, wie sich Kommunikationsideen entwickeln und bestehende Konzepte kritisch hinterfragen lassen.

Austausch zwischen etablierten Marken und Herausforderern

Insgesamt umfasste die MARKETING X 2026 rund 30 Programmpunkte auf zwei Bühnen. Neben Keynotes standen Interviews, Best-Practice-Beispiele und Diskussionsrunden auf dem Programm.

Die Mischung aus etablierten Unternehmen, jungen Marken und Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen ermöglichte die Betrachtung aktueller Marketingfragen aus mehreren Perspektiven.

Im Zentrum standen sowohl strategische Herausforderungen als auch Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis. Dazu gehörten die Weiterentwicklung von Marken, die Nutzung digitaler Technologien, Wachstumsstrategien und die Anforderungen an Marketingführung.

Die Konferenzinitiatoren Maximilian Mondel und Bernd Platzer sehen im Austausch zwischen Unternehmen und Experten einen wesentlichen Bestandteil des Veranstaltungsformats.

„Die MARKETING X bot Marketern einmal mehr die Chance, für zwei Tage aus dem operativen Alltag auszusteigen, neue Perspektiven zu gewinnen und frische Impulse mitzunehmen“, erklärten die beiden Initiatoren.

Nach Angaben der Veranstalter ist die Teilnehmerzahl über die vergangenen Ausgaben hinweg gestiegen.

Mondel und Platzer sehen darin eine Bestätigung für die inhaltliche Ausrichtung der Konferenz als Plattform für fachlichen Austausch und Diskussionen.

Marketing zwischen technologischer Veränderung und Geschäftszielen

Die Themen der MARKETING X 2026 verdeutlichten die unterschiedlichen Anforderungen, mit denen Marketingabteilungen konfrontiert sind.

Digitale Innovationen und künstliche Intelligenz verändern das technologische Umfeld. Gleichzeitig bleiben strategische Markenführung, Kreativität und wirtschaftliche Zielsetzungen zentrale Themen.

Für Marketingverantwortliche ergeben sich aus dem Konferenzprogramm vor allem zwei übergreifende Fragestellungen: Wie können digitale Entwicklungen sinnvoll mit einer klaren Markenstrategie verbunden werden? Und wie lässt sich Marketing stärker auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens ausrichten?

Die vorgestellten Themen aus B2B-Marketing, Markenentwicklung, Wachstumsstrategien und Leadership lieferten unterschiedliche Perspektiven auf diese Herausforderungen. Konkrete, allgemein übertragbare Erfolgsrezepte lassen sich daraus nicht ableiten. Sie bieten jedoch Ansatzpunkte, um bestehende Marketingstrategien und organisatorische Strukturen zu überprüfen.

Nächste MARKETING X für Oktober 2027 angekündigt

Die vierte Ausgabe der MARKETING X ist für den 13. und 14. Oktober 2027 in Wien geplant.

Veranstaltet wird die Konferenz von MOMENTUM Wien, einer 2017 gegründeten Kommunikationsagentur von Maximilian Mondel und Bernd Platzer. Das Unternehmen ist unter anderem in den Bereichen Public Relations, Corporate Communications, Werbemarktstudien und Fachveranstaltungen tätig.

Weitere Informationen: www.marketingx.at